Mittwoch, 27. Dezember 2017

Einmal um den Lake Victoria (Teil 3)


Weiter ging's. Das nächste Ziel hieß Kigoma. Am Vorabend habe ich, wie immer, mein Busticket besorgt. Die Strecke zwischen Mbeya und Kigoma ist sehr weit. Trotzdem dachte ich, es würde einen Dorektbus geben. AM nächsten Tag war klar, ich habe mich total über den Tisch ziehen lassen. Ich habe viel zu viel Geld für einen Bus ausgegeben, den es nicht gab. denn als ich am Busbahnhof ankam, konnte ich ihn nicht finden. "Du bis zu spät", hat man versucht, mich abzuwimmeln. Man steckte mich in einen Rentner von Gefährt, der dann auch nicht bis Kigoma durchfuhr. Ich musste also eine Nacht in Mpanda bleiben. Eine ganz kleine Stadt. Dafür war die Lodge, in der ich blieb, sehr süß eingerichtet. Morgens um fünf musste ich mich wieder aufmachen. Gegen Nachmittag bin ich dann endlich in Kigoma angekommen und am Busbahnhof direkt ein Ticket nach Bukoba, mein nächster Halt, gekauft. Der Bus fuhr aber leider erst am Mittwoch wieder. Es war Sonntag. Zwei einhaln Tage allein. War auch dem entsprechend langweilig. Denn wenn Kigoma einen Markt hat, dann hab ich ihn einfach nicht gefunden. Ansonsten hat Kigoma noch zwei ganz nette Strände zu bieten. Dazu habe ich mir für die erste Nacht auch noch die ranzigste Lodge ausgesucht, in der ich mich eigentlich nicht länger als nötig aufhalten wollte. Aber was machen, wenn man ganz allein ist? Ich hab mich vor die Lodge gesetzt und die letzten Sonnenstrahlen zum Lesen genutzt, da fiel mir ein, dass ja Deutschland an dem Abend das EM-Achtelfinale spielt. Aber wie schauen, wenn ich doch in Tansania bin? Nach etwa zehn Minuten sehe ich am Straßenrand eine Mama Obst und Gemüse verkaufen. Und irgendwie hatte ich Lust auf 'ne Gurke. Also nix wie hin und auf'm Rückweg hör ich plötzlich ganz laut die deutsche Nationalhymne. Ich folgte der Musik einen schmalen Durchgang zwischen zwei Häusern entlang und fand mich in einem überdachten Innenhof wieder, mit aufgereihten Kirchenbänken und zwei Flachbldfernsehern, auf denen ich MüllerBoatenk und Co die Nationalhymne singen sah; die einzige Frau zwischen 15 tansanischen Männern.

In den nächsten beiden Tagen bin ich in eine wesentlich angenehmere Lodge gezogen, habe vergeblich nach einem Markt gesucht und die beiden Strände besucht. Für zwei Tage ein bisschen zu wenig Programm, doch es ging dann ja auch weiter nach Bukoba, Luise und Johanna besuchen.

Der Bus nach Bukoba kam dann auch tatsächlich und dann auch noch rechtzeitig! Dafür fühlt sich die Strecke von Kigoma nach Bukoba uuuunendlich an. 12 Stunden Bus fahren war glaube ich noch nie cool. Abends bin ich dann endlich angekommen und wurde von Luises Gaseltern sehr herzlich empfangen - wir kannten uns schließlich schon. In Bukoba bin ich mit Luise und Johanna zur Schule und ins Kinderheim gefahren und ein Tag waren Luise und ich noch einmal auf Stoffejagd etwas außerhalb der Stadt. Den letzten Abend trafen wir uns mit anderen deutschen Freiwilligen aus Bukoba zum Fußball gucken und ließen den Abend in Bukobas neuen Club ausklingen.

Nach drei Tagen Bukoba ging es für mich nach Uganda, Gabi besuchen. Mein Bus sollte um 9 Uhr abfahren. Letztendlich saß ich dort vier Stunden, bis er dann endlich da war (Die Busse meinten es auf meiner Reise wohl nicht so gut mit mir). Dafür klappte der Grenzübergang reibungslos und nach etwa fünf Stunden bin ich schon in Gabis kleinen Stadt angekommen, wo sie mich abholte. Uganda und Tansania sind so gleich aber so unterschiedlich. Es ist unbeschreiblich. Ich fühlte mich plötzlich so fremd. Fast jeder konnte Englisch und die Kinder, die mich auf Luganda ansprachen, konnte ich gar nicht verstehen, und trotzdem wollte ich immer auf Kiswahili antworten, obwohl das dort in Uganda kaum einer spricht..Bei Gabi habe ich eine Woche verbracht. Wir haben viel bei ihr im Haus gechillt und uns viel erzählt, waren am Äquator, in der nächst großen Stadt und in Kampala, der Hauptstadt Ugandas. Leider habe ich nicht viel von Uganda sehen können, dafür reicht eine Woche nicht, aber totzdem hatte ich eine schöne Zeit mit Gabi. 

Am Samstag bin ich dann nach Kenya gereist, um Noemi, Milena und Ole zu besuchen. Dafür blieb mir leider auch nur noch eine Woche...
 
Fortsetzung folgt…
Baadaye, Lynn

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