Sonntag, 24. Juli 2016

Einmal um den Lake Victoria (Teil 2)

Hallihallo, willkommen zurück zu einem neuen Blog. Weiter geht's... und zwar nach Mbeya. Das liegt im Süd-Westen Tansanias. Ebenfalls eine ziemlich große Stadt. Dort sind wir bei einem Freund eines Arbeitskollegen von Annika geblieben, der uns nachts netter Weise sein Wohnzimmer überlassen hat. Im Internet suchten wir nach Aktivitäten, die man in Mbeya machen kann. Dort stolperten wir über einen Bericht von einem anderen Deutschen, der von "dem besten Tourguide" namens James Bond sprach, der Touris zu einem Kratersee etwas außerhalb der Stadt führt, "besonders smart" und "witzig" sei, und dessen Handynummer veröffentlichte. Wir also fix wie nix zum Handy gegriffen, denn das klang doch verlockend. 
Am Ende der Führung war für uns alle klar, dass er nicht so cool und smart war, wie er dargestellt wurde, der Kratersee auch nicht so atemberaubend, der Preis dafür umso mehr... Nach dem Krater bot uns Mister Bond an, auch noch eine naturelle Brücke und einen Wasserfall anzuschauen. Der war nur mit Pikipikis zu erreichen und da wir insgesamt sechs Leute waren, bot es sich an, welche auszuleihen. Meine Chance auch einmal selber das Gefährt zu übernehmen. (Was hat zwei Daumen und kann Piki fahren..?!)
Der Wasserfall und die Brücke rückten dann eher in den Hintergrund und haben mich nicht ganz so umgehauen, wie das Piki-fahren...
Der Tag hat sich Also doch gelohnt, wir haben aber gelernt, uns nicht immer in die Hände eines Tourguides zu begeben. Weswegen wir auch am Abend, als wir quasi auf'm Rückweg noch schnell ein Ticket nach Matema am Lake Nyasa/Lake Malawi für den nächsten Morgen kauften und uns James die Nummer eines Tourguide-Kollegens geben wollte, abdankten. Nach einer sehr unangenehmen Nacht (in Mbeya sind die Nächte fast so kalt wie in unseren Heimatbergen) ging es für uns zum Busbahnhof Richtung Matema mit der Bestimmtheit im Kopf: Vier Tage entspannten Strandurlaub, ganz ohne nervende Tourguides.

Diese Entspanntheit legte sich leider schon sehr schnell. Denn als wir endlich in den Bus einsteigen konnten, unsere Plätze gefunden haben und es uns gemütlich machten, denn auch diese Fahrt sollte in etwa acht Stunden dauern, bat mich der Condactor, ihm unsere Tickets zu zeigen. Daraufhin meinte er, wir wären im falschen Bus. Ich las ihm vor: richtiger Bus, richtige Zeit, richtige Plätze. Er versuchte es noch einmal, mich davon zu überzeugen, dass die Busnummer nicht die richtige sei. Ich teilte ihm mit, dass das nicht mein Problem sei. Und dann fängt er an (stellt euch einen einen Kopf kleineren, aber dafür doppelt so breiten Tansani vor) mich aus vollem Halse anzubrüllen, ich soll ihn zu dem Office bringen, wo wir am Vorabend die Tickets erwarben, um das vermeintliche Falsche-Busnummer-Problem aufzuklären und ich schrie zurück, dass kann er selber machen, wir sind im richtigen Bus! Er ließ nicht nach, versuchte mich am Arm aus dem Bus zu zerren. Als dann ein anderer von der Buscompany zu uns stieß, dachte ich noch, endlich jemand, der mich unterstützt, doch vergebens. Auch er fing an mich von der Seite anzukeifen, ich habe den Bus zu verlassen wegen einer verdammten "falschen" Busnummer. Und was machen die anderen Fahrgäste? Gucken und lachen. Leider konnten mir auch meine beiden Mädels nicht beistehen, da sie noch nicht all zu lange in Tansania sind und noch nicht so viel Swahili verstehen und noch weniger verstanden, was da los war. Nach etwas längerem hin und her tauchte aus dem Nichts der Ticketverkäufer vom Vorabend auf, sah sich das Ticket an, erzählt dem Condactor, wir haben das Ticket tatsächlich bei ihm gekauft - und die beiden Hähne machten ohne ein Wort kehrt. Und wenn mir jetzt einer erzählen will, dass es dem Blödmann nicht um unser Geld ging, indem er uns ein weiteres, möglicher Weise überteuertes Ticket verkauft, dann kann der ja mal selber als "Mzungu" durch Tansania reisen. Viel Spaß dabei!
Mit hoch rotem Kopf ließ ich mich auf meinem Sitz neben Annika und Charly fallen und erklärte ihnen, was überhaupt das Problem war. 
Die Busfahrt war wie jede andere, viel zu lang, über weite Strecken holprige, ungeteerte Straßen und eine Radpanne. Kurz vor Matema hörten wir hinter uns plötzlich eine Stimme: "Hey guys!" Hat der uns gemeint? Wir drehten uns um. "You're James' friends?"
Das durfte doch nicht wahr sein. Da hat unser lieber Freund 007 doch tatsächlich seinem Tourguide-Kollegen gesteckt, mit welchem Bus wir wann nach Matema fahren. Erst nach zehn Minuten Diskussion hat er gecheckt, dass wir kein Bock auf Guides haben und sehr wohl auch alleine zurechtkommen. In Matema angekommen war von dem "riesen Schwarm an Tourguides, die alle zu hohe Preise verlangen" weit und breit nix zu sehen. Matema ist da viel zu unschuldig. Ein kleines Dorf, bestehend aus drei aufeinander zulaufenden Straßen, die, da wo sie sich treffen, mit kleinen Marktständen und einheimischen Restaurants und Bars das Dorfzentrum bilden. Unsere Rucksäcke geschildert, machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Hotel. Und wir haben das Perfekte schnell gefunden. Eigentlich wollten wir, wie immer, ein zweier Zimmer (ohne Bad) buchen und dann zu dritt in einem Bett schlafen. Das war leider nicht möglich, so der Manager. Doch er könne uns anbieten in ein dreier Zimmer mit Bad zu ziehen für den Preis eines zweier Zimmers mit Bad. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal dafür. Generell war das Personal super! Dazu hatte das Hotel seinen eigenen Strand, und zu der Zeit kaum Gäste. Man konnte sich ungestört (und auch ohne Bedenken) im Bikini in der Sonne legen oder im Lake Nyasa schwimmen gehen. Auch an dem Frühstück war nichts auszusetzen und lad zu langen Gesprächen ein - mit Blick aufs Meer. Für Mittag- und Abendessen war es dann leider zu teuer, doch das Dorfzentrum war nicht weit entfernt. Dort konnte man sich für kleinen Preis an Ugali, Reis, Kochbananen und Chipsi satt essen. Wir waren vier ganze Tage dort, an denen wir die meiste Zeit am Strand verbrachten. Einmal waren wir schnorcheln und ruderten mit einem ausgehüllten Baumstamm ans andere Ufer des Sees. Ein anderes mal wollten wir einen Wasserfall sehen. Man empfehlte uns, einen Tourguide mitzunehmen. Diesen Vorschlag wiesen wir dankend ab. Also machten wir uns alleine auf den Weg. Es war herrlich. Nach etwa einer viertel Stunde stießen wir auf einen schmalen Fluß, der zwischen zwei riesigen Berghängen entlang fließt. Dem sind wir dann entlang gegangen. Eher gesagt von Stein zu Stein gehüpft, die zahlreich am und im Wasser lagen. Das war ein Spaß! Nach etwa 1 1/2 Stunden mehr oder weniger sicherem Klettern kamen wir dann am Wasserfall an. Aus geschätzt 30m stürzten riesige Mengen an Wasser hinab, die sich erst in einem natürlichen Becken sammelten und dann ihren Weg Richtung Dorf fanden. Ohne lange zu zögern haben wir unsere Bikinis angezogen und sind rein gesprungen - ins eiskalte Wasser! Wieder zuhause angekommen waren wir uns einig: Ein Tourguide hätte uns mir genervt und so sind wir, sobald wir den Fluß erreichten, keiner Menschenseele mehr begegnet. Ein gelungener Tag Also, den wir mit chipsi mayai, Tomaten, Bananen und Avocado  Strand ausklingen ließen.
Leider ging die Zeit in Matema viel zu schnell rum. Nach vier Tagen mussten wir wieder zurück nach Mbeya. Charly und Annika mussten ihren Zug nach Dar es Salaam bekommen und ich wollte meine Reise in den Norden weiterführen. In Mbeya blieben wir diesmal in einem Hotel im Zentrum. Die letzte Nacht, die wir zu dritt in einem Doppelbett verbrachten. An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön und dicken Bussi an Annika und Charly für diese schönen zwei Wochen!

Fortsetzung folgt...

Seid nett zu anderen!

Badaaye,

Lynn

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