Samstag, 19. März 2016

HALBZEIT!!!


29.02.
Wow, so kurzfristig hintereinander habe ich ja noch nie einen Blog geschrieben. Siehste mal, da habe ich mich ja mal wieder selbst übrtroffen.
Es gibt natürlich einen Grund. Heute ist Halbzeit. Die Hälfte ist rum. Der halbe Kuchen ist gegessen. Fünf einhalb Monate. Ich glaube du hast`s gecheckt. 
Es ist also Halbzeit und ich habe gerade erst angefangen zu arbeiten. Auf dem Seminar hat Judith, die, die das geleitet hat und selber schon sehr viel gereist ist, gesagt, dass die zweite Hälfte ratz fatz vorbeigeht… viel schneller als die erste. Und irgendwie setzt mich das unter Druck. Auf der einen Seite möchte ich ganz viel arbeiten, weil ich, wie du ja weißt, bisher noch nicht so viel Zeit in Arbeit gesteckt habe. Auf der anderen Seite möchte ich noch ganz viel von Tansania sehen und vielleicht noch nach Kenia, Malawi und/oder Uganda reisen – und dann sind fünf einhalb Monate ziemlich knapp..
Abgesehen von der Halbzeitankündigung, gab es noch ein paar Veränderungen in meiner Arbeitsplanung (ich durchlaufe schließlich gerade eine Phase, in der ich noch herausfinden und planen muss, was ich wann am besten mache, eine Phase, die ich eigentlich in meinem ersten Monat hätte haben müssen…). Da ich ja bisher nur für Nachmittags Beschäftigung gefunden habe und mir auch zusätzlich noch am Dienstag die Debating Class in Masange gecanceled wurde, weil die Lehrerschaft beschlossen hatte, dass es ja sinnvoller wäre, die ganze Schule mit einzubinden und nicht nur die 60-70 Schüler meines Debating-Kurses (da stimme ich zu), und ich jetzt Dienstags gar nichts mehr zu tun habe, entschließe ich mich dazu, den Headmaster von der Secundary School in Mbelei anzurufen, der mich schon zum nächsten Dienstag in seine Schule einlädt. 
Am nächsten Dienstagmorgen geht es dann mit meinen beiden Gastbrüdern zur Schule. Der Schulweg besteht leider nur aus Berg – über eine Stunde. Guter Morgensport, doch die Motivation lässt noch zu wünschen übrig. 
Endlich angekommen empfängt mich der Schulleiter in seinem Büro und wir brainstormen, wo ich denn in seiner Schule anpacken könnte: Biologieunterricht, weil der stellvertretende Schulleiter neben seinen Verantwortungen als stellvertretender Schuleiter noch alle Klassen in Biologie unterrichten muss. Momentan gibt es schon eine Aushilfe, die aber nur für einen Monat bleibt, da sie auf einen Studienplatz wartet. Und ein Sportkurs für die Mädchen des Schulinternats am Samstagnachmittag, der eigentlich im Tagesplan fest vorgeschrieben ist, aber nicht eingehalten wird, da die Mädchen „zu schwach und zu faul sind“.
Eine Woche ist jetzt rum und die war – Kräfte raubend. Die Wege sind weit und anstrengend, weil Berg. In der Schule hatte ich noch nichts zu tun – außer am Samstag. Da muss ich plötzlich 200  Mädchen in Rock und Flipflops zum Joggen, Fußball- und Netballspielen motivieren, was natürlich überhaupt nicht fuktioniert… noch nicht… hoffentlich…
Manchmal ist es schwer, die Motivation zu finden, ABER wir wollen ja positiv denken, und das hat es auch in sich: Ich bin jeden Tag die Woche unterwegs. Ich wandere viel und bewege mal wieder meinen Popes. Ich lerne mehr Leute kennen, mit denen ich mich austauschen kann. Ich lerne immer mehr Kiswahili (und auch ein bisschen mehr Sambaa). Ich lerne immer mehr die Kultur kennen. Ich habe halbwegs sinnvolle Beschäftigungen gefunden, in denen ich nicht vollkommen überflüssig bin. Ich habe Arbeit und das wird jetzt bis zum Ende, bis ich wieder nach Hause komme, so bleiben.

Seid nett zu anderen.

Baadaye,
Lynn

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