Freitag, 16. Oktober 2015

Los geht's

Aber wo bleibt die Vorfreude?

13.09.2015, Sonntag

Die letzte Woche vor meiner Abreise war viel los. Ich denke den ganzen Tag darüber nach, was noch fehlt, was ich vergessen habe. Für Vorfreude ist keine Zeit.

14.09.2015, Montag

Der Wecker klingelt um 3 Uhr und um 4 machen wir (meine Familie, ein Rucksack, zwei große Koffer und ich) uns auf den Weg zum Flughafen. Ich zittere, aber mir ist nicht kalt. Ich schiebe es auf die Uhrzeit. Der Abschied ist weniger tränenreich - vielleicht auch gut so. Um 10 nach 6 geht mein Flieger nach Amsterdam, wo ich etwa zwei bis drei Stunden auf Carlota warte, die aus Düsseldorf kommt. Ich überbrücke die Zeit mit einem Film. Ab Amsterdam fliegen wir dann etwa acht bis neun Stunden bis zum Kilimanjaro Airport. Wir steigen aus (es ist schon dunkel), warten, dass unser Visum gecheckt wird. Schon jetzt fühle ich mich fremd. Wir holen unsere Koffer und werden draußen schon von Joseph (unserem Mentor) und seinem Fahrer Emanuel erwartet. Zwei Stunden fahren wir bis Moshi, wo wir übernachten werden, weil es bis Mombo (wo Carlota und ich uns trennen) vier Stunden Autofahrt sind. In der ersten Nacht in Moshi kann ich nicht schlafen. Ist es jetzt Aufregung?

15.09.2015, Dienstag

Wir werde um acht wieder abgeholt und fahren nach Mombo. Von dort aus kann man schon die hohen, grünen Usambara Mountains sehen. David (unser Projektpartner) wartet auf mich. Ich habe ihn mir nicht so klein vorgestellt. Er kommt mit weit ausgebreiteten Armen auf uns zu und begrüßt uns. Ich sage Carlota und Joseph "Tschüss!" und wechsle das Auto. Ich fahre in die Usambara Mountains und für Carlota geht's bis an die Küste, nach Tanga.

Halsbrecherische Kurven aufwärts bei Rap-Musik auf Kiswahili. Während man auf der Strecke zwischen Moshi und Mombo mehr Sand und Staub gesehen hat, sieht man jetzt Bäume und Felder, Bananenplantagen und Frauen in bunten Tüchern - den roten Sand gibt's hier auch. Es gefällt mir! Die Straßen werden immer steiler, sie sind nicht mehr geteert und der Abgrund ist auch nicht abgespert. Ich hab schon ein bisschen Schiss!

Eine halbe Stunde fahren wir, dann sind wir endlich da. Ein sehr niedliches Haus in dem Dorf namens Misalai, vergleichsweise groß mit einem kleinen Hof vor der Tür. Mama stürmt raus, total aufgeregt und lacht. Ich verstehe sie zwar nicht aber ja! - jetzt spüre ich es auch, endlich. Ich bin total aufgeregt und freue mich auf die nächste Zeit!
 
Seid nett zu anderen!

Baadaye,
Lynn =) 

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