Freitag, 16. Oktober 2015

Die Lehre der Begrüßungen

Ein einfaches "Na?" reicht da nicht



Ich bin viel mit Rehema unterwegs, die mit mir arbeitet, mich Leuten vorstellt und mir die Gegend zeigt, da sie ganz gut Englisch spricht. Ich verstehe mich gut mit ihr und ich komme mal aus meinem Zimmer. Wenn wir zur Schule oder einkaufen gehen, halten wir an (fast) jedem Haus an und tauschen unsere Neuigkeiten aus – naja, also Rehema tauscht sich aus.

Aber zuerst wird sich begrüßt. Es fühlt sich für mich jedes Mal wie ein Vokabeltest an, da ich die Begrüßungen immer noch nicht drauf habe und es auf jede eine andere Antwort gibt:



„Sh’kamoo!“ – „Marahaba! Hujambo?“ – „Sijambo. Habari zako?“ – „Safi. Uhumue zeze?“ – „Tiwedi tizahumua. Onga mshi?“ – „Tiwedi!“

„Guten Tag!“ – „Guten Tag! Gibt es schlechte Neuigkeiten?“ – „Es gibt keine schlechten Neuigkeiten. Was gibt’s neues?“ – „Gut. Deine Nachrichten?“ – „Gut. Wie geht es dir?“ – „Gut!“



… und das ist erst der Einstieg in das Gespräch.



Diese Begrüßungen spielen im menschlichen Miteinander eine wichtige Rolle. Es gilt nämich als unhöflich, ohne eine ausführliche Begrüßung, gleich zur Sache zu kommen. Es wird immer gefragt, wie es einem geht und man sagt am besten immer „Gut!“, denn persönliche Befindlichkeiten haben hier nichts zu suchen. Man fragt, wie es sich und seiner Familie geht und wie es azf der Arbeit läuft. So ist dieser kurze Austausch von Informationen nicht nur Höflichkeit, sondern er ersetzt im Dorfleben, was es in meinem „Zuhause-auf-Zeit“ eben ist, Telefone und den Nachrichtendienst.
Seid nett zu anderen!

Baadaye,
Lynn =)

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